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Die Mutter kann sich auf Paul verlassen. Zu Fuß und später
mit dem Fahrrad besorgt er ihr jede Woche aus der Buch-
handlung am Bahnhof den neuesten Jerry Cotton oder holt
Abführmittel aus der Apotheke und erledigt natürlich auch die
größeren Einkäufe bei Kruschka. Zu was denn jetzt noch ein
Kind? fragt Paul die mit mir schwangere Mutter. Du hast
doch mich! Und die Mutter kennt noch heute nicht die Wir-
kung ihrer Pointe, wenn sie sich rezitiert: Ja und wenn du
auch stirbst, was hab ich dann?
Lange Zeit denke ich, Paul werde von der Mutter mehr geliebt
als ich. Seine jugendlich erwachsenen Ratschläge hat sie meist
ernster genommen als die ihres schließlich wieder auf Dauer
zurückgekehrten Ehemannes, und Paul wird im Gegensatz zu
Jonas auch ein glatterer Werdegang in der Schule bezeugt.
Ich habe nie gewagt, den Geburtstag meiner Mutter zu ver-
gessen. Wenn Paul, kaum dem elterlichen Haushalt entwach-
sen, solche Feiertage nicht bedenkt, hat er halt soviel zu tun.
Seine Arbeit ist des Aufhebens wert. Ich dagegen habe froh zu
sein, daß ich dank ihrer Gebete zur Muttergottesmaria nicht
in der Gosse gelandet bin. Von Paul erwartet die Mutter etwas
Besonderes, von mir am besten Alpenveilchen, darüber würde
sie sich immer freuen, da könne ich auch nichts falsch machen.
Als ich meine jugendlich bescheidenen Finanzmittel einmal
phantasievoll einsetzen will, meint sie es ja nur gut, wenn sie
mir in aller Deutlichkeit ihre Geringschätzung zeigt. Ich soll
doch lieber wieder Alpenveilchen schenken und ihr nichts
basteln. Pauls Geschenke sind kunst- und geschmackvoll,
meine Basteleien keine Alpenveilchen.
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