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Du bist die Gisela, nicht? Ich darf dich doch duzen?! Wir
haben erst noch gewartet, aber dann ist mir der Hüfthalter zu
eng geworden, und ich habe es mir bequem gemacht oder
soll ich mich noch mal anziehen? Was meinst du, Jonas?
Nein, nein wiegeln wir beide ab. Gisela tut so, als sei das,
was sich ihren Augen darbietet, genau das, was man am spä-
teren Abend einem Rentnerehepaar zugestehen muß, dem
zum ersten Mal die künftige Schwiegertochter vorgestellt wer-
den soll: Ein Berg von einer Frau, groß und schwer, hauch-
dünn bedeckt von einem rosigen Nachthemd, das noch nicht
einmal die Knie umspielt, ein brennendes Grablicht in der
Hand. Dahinter ein Wesen, das zwar einen längeren, dafür
aber erheblich dünneren Schatten wirft und ebenfalls im
Nachthemd steckt, allerdings in weiß und mehr als Knie
umspielend. Dieses Wesen stößt die ganze Zeit zustimmend
A-a-jaja-Laute aus und findet schließlich eine Lücke:
Na, dann kommt doch rein, es zieht schreckl
Ja wirklich, kommt doch rein ich hab auch leckeren Kartof-
felsalat gemacht ihr mögt doch Kartoffelsalat und Schnitzel?
Wir nicken schnell, um endlich ins Warme zu gelangen.
Die ersten Minuten erlaube ich mir noch Sentimentalitäten,
öffne Tür um Tür, gehe hindurch, streichele über glatte-rauhe,
harte-weiche, runde und eckige Gegenstände, die mir auch
gleich behaglich entgegenschnurren: Auf mir bist du gesessen,
in mir hast du dich versteckt, aus mir hast du getrunken, vor
mir hattest du Angst
Das Kruzifix im Herrgottswinkel ist wie immer von Blumen
umstellt.
Vor dir hatte ich mal Angst?
Und der am Kreuz lacht zurück.
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